Dominicus-Patenschaften

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Mission Thika:
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Empfänger:

Katholische
Kirchenstiftung
St. Marien Nürnberg
Verwendungszweck:

Mission Thika

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VR Bank Nürnberg
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Unser Projekt im Bayerischen Fernsehen

Liebe Thika-Freunde,

Sternstunden hat in Kenia die Projektpartner besucht. Dabei galt auch uns ein Besuch. Ein Bericht über unser Projekt kommt im Sternstunden-Adventskalender am 1. Dezember 2011 jeweils um 8:55, 18:40, 21:40 und 23: 40 Uhr. Die Termine sind unverbindlich - es können noch Änderungen eintreten. Reinschauen lohnt sich dennoch immer.

Falls sie den Beitrag verpassen sollten, können sie ihn sich auch später noch ansehen. Sie werden ihn auf www.sternstunden.de finden. Dort einfach den Adventskalender suchen und die Nummer 1 anklicken

Brief von Sr. Luise aus Kenia

Liebe Thika Freunde,

Sr. Luise schrieb mir von der Hungersnot und ich stellte daraufhin einige Fragen. Dann kam diese Antwort. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich während des Jahres um Ihre Hilfe bitte. Das Foto zeigt ein Kind mit Hungerbauch, die Mutter HIV +

Besten Dank
Ihr
Paul Festl

Brief von Sr. Luise aus Kenia:

Immer mehr Menschen kommen zu uns um Nahrungsmittel zu bekommen, da sie sich die hohen Preise nicht leisten können. Ihr kleines Einkommen reicht nicht lange aus und somit steigt die Zahl der hungernden Familien stetig an. Seit dem Bürgerkrieg, von Januar/Februar 2008, sind die Kosten für Nahrungsmittel stark gestiegen. Die Benzinpreise sind zwar gesunken, aber unsere Hoffnungen, dass auch die Lebensmittelpreise sinken, waren leider vergebens. Es gibt auch viele Arbeitslose. Ich bekomme täglich bis zuHIV-kranke Mutter mit Ihrem Kind, das einen Hungerbauch hat drei Briefe von Leuten, die mich nach Arbeit anflehen. Es ist schwierig diesen Menschen abzusagen. Die Regierung weiß von der Hungersnot und versucht Laster voller Rettungspakete zu verschicken. Auch zu uns, in das Dorf in Gachororo, kam einmal ein Laster des Roten Kreuzes, mit 45 Säcken a 90kg. Sie gaben mir 10 Säcke Mais für unsere Waisenkinder in Juja East. Als ich am 25. April meiner Gruppe von 207 Familien nichts zu essen gab, da ich dachte, dass die Regierung ihnen etwas schicken würde, kamen plötzlich alle aufgelöst zu mir, da sie nur jeweils 2 kg. Mais für 2 Wochen bekommen haben! Manche bekamen sogar gar nichts. Also verteilte ich noch jeweils 6 kg. Bohnen für jede Familie. Die Population hier ist sehr groß. Wir haben seit 2 Jahren keine Ernte mehr gehabt. Im April hat es geregnet, also haben wir in Juja East angefangen zu sähen. Wenn es guten Regen gibt, können wir hoffentlich im Juni/Juli mit der Ernte beginnen. Ich weiß nicht von welchen Ländern Kenia den Mais bekommen hat. Aber ich glaube Amerika hat viel gespendet. Das meiste davon geht an die Wüstenregionen, in denen die Lage noch schlimmer ist. Hier können die Kinder wenigstens zu den Mülleimern der Universität laufen und die Abfälle essen. Die Menschen, die zu uns kommen, stammen alle aus Gachororo, da die aus Milimani und Keaora einfach zu schwach sind, um 68 Kilometer zu Fuß zu laufen, um etwas zu essen zu bekommen. Die Leute dort waren schon sehr schwach, als wir damals, im Januar 2009, die Leute für die Sekundarausbildung ausgesucht haben. Viele ältere Menschen sind hier gestorben, da sie zu wenig Geld hatten um ins Krankenhaus zu gehen, geschweige denn sich eine ausreichende Ernährung leisten zu können. Wir hören erst von ihnen, wenn sie bereits gestorben sind und ihre Familien kommen, um nach Geld für eine Beerdigung zu betteln. Aber noch schlimmer geht es den Kindern, die an mangelnder Ernährung nicht wachsen können. Dazu kommt noch, dass viele von ihnen zZt. die Rachitis haben. Dadurch kriegen sie fürchterliche Wunden am ganzen Körper, rot schimmernde Haare und ganz dünne Arme und Beine. Ich hab diesen Müsli gekauft und hoffe, dass sie sich bald wieder erholen.
Wir verteilen pro Monat je 6 kg. Bohnen und 6 kg. Mais. An Ostern haben wir auch 2 kg Mehl, 500 Gramm Fett und 10 Eier für Chapatti verteilt. Das hat sie sehr glücklich gemacht. Sehr geehrter Herr Dr. Festl, ich habe leider keine Ahnung wie viel Kalorien in dieser Nahrung steckt. Die Familien bereiten es meist mit ein paar Blättern und Kräutern zu, die sie in der Savanne finden. Wir haben auch ihnen geholfen, Gemüse in Säcken zu pflanzen. Das können sie auch machen, wenn sie kein Land besitzen. Sie stellen die Säcke mit ein etwas Saatgut vor ihre Wohnungen und bewässern sie mit ihrem Spülwasser. Aber manchmal kommen nachts Ziegen und essen ihnen alles weg. Das letzte mal, am 25. April, ist mir aufgefallen, dass einige Aidskranke nicht zur Essensausgabe gekommen sind. Wir haben herausgefunden, dass sie zu schwach waren, um zu kommen und das Essen heim zu tragen. Nun haben wir andere gefragt, ob diese nicht jenen die Nahrung bringen könnten. Wir hoffen jetzt natürlich, dass die Freiwilligen das Essen wirklich bei den Kranken abliefern und nicht selbst mit nach Hause nehmen.
Das war es für das Erste.
Gott segne Sie!

Sr. Luise O.P.

Liebe Freunde und Förderer der Mission Thika

Auch heuer wollen wir Sie wieder über die Ereignisse in Kenia informieren. Die politische Situation hat sich stabilisiert, so dass unsere Freunde wieder ohne Angst ihren Aufgaben nachkommen können und auch Dr. Festl konnte wieder Sr. Luise und die Mitschwestern besuchen.

Im Februar konnten Dr. Klaus Winter vom Hilfswerk Deutscher Zahnärzte - HDZ - und Dr. Festl die neue Zahnstation im Rahmen einer offiziellen Einweihung übergeben. Das gesamte Klinikpersonal und viele Menschen aus der Umgebung ließen sich dieses Fest mit Hl. Messe, Gesängen und Tänzen mit anschließendem Mittagessen nicht entgehen. Nach den Feierlichkeiten trafen sich die Gäste aus Deutschland noch mit Sr. Bernadette, Architekt und Bauunternehmer und besprachen die Erweiterung mit Neubau für stationäre Patienten und Renovierung des ersten Gebäudes für ambulante Patienten. Für die Finanzierung konnten Herr Josef Ruhland aus dem Nachlass des Ehepaares Duschl und der Lions Distrikt Bayern Nord gewonnen werden. Nun hoffen wir, dass auch alles klappt.

Mitgereist war auch Herr Helmut Mader von Rotary. Herrn Mader interessierten besonders die Ausbildungsmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen vor allem nach Abschluss der Schule. Da es hier noch erheblichen Handlungsbedarf gibt, setzt sich Herr Mader zusammen mit Rotary für den Bau einer Lehrlingswerkstatt ein. Schreiner, Installateure, Automechaniker und andere Berufe sollen hier im Laufe der Zeit ausgebildet werden. Das Grundstück konnte bereits erworben werden und die Handwerksmeister der Ausbildungsstätte St. Kizito haben ihre Unterstützung zugesagt.

BildMit Lufthansa Cargo Human Care konnten Ende August Dr. Festl, Dr. Winter und Herr Ruhland mit Pilot Claus Harder noch einmal nach Kenia fliegen. Herr Ruhland wollte sich verständlicherweise erst einmal vor Ort informieren, bevor er die Zusage für die Finanzierung des Klinikgebäudes gab. Außerdem waren die acht Häuser des "St. Mary’s Children Home" Waisendorfes fertiggestellt und bezogen. 120 Kinder haben hier ein neues Zuhause gefunden. Finanziert wurden die Häuser durch den Nachlass Duschl, Hilfswerk Deutscher Zahnärzte, Lionsclub Weissenburg und Sternstunden.  Hierfür bedanken wir uns mit dem Lächeln der Kinder. Die offizielle Einweihung ist für 2010 geplant.  Außerdem konnten wir die nun vollständig fertiggestellte Schule, finanziert vom HDZ, besichtigen. Überwältigt von der großen Armut der Bevölkerung und der einzigartigen Hilfe durch unsere Freunde in Kenia, war es für Herrn Ruhland eine Selbstverständlichkeit die Finanzierung des Hospitalgebäudes zu sichern.

Liebe Thika-Freunde, leider können wir nicht nur über Erfolge berichten. Der Leiter des Blutlabors im St. Mulumba Hospital erklärte uns, dass in Kenia selbst die Zahl der HIV-Aids Infektionen rückläufig ist, jedoch die Zahl der infizierten Bevölkerung in der Gegend um Thika und weiter nördlich auf bis zu 40 % gestiegen ist. Welche katastrophalen Folgen dies für das Land hat können wir nur erahnen. Steigende Zahl der Waisen, Ausfall der Arbeitskräfte bei der Generation um 40 und die damit verbundene steigende Armut zeigen nur einen Teil der Verhältnisse. Hinzu kommt die seit Jahren herrschende Trockenheit. Seit drei Jahren hat es kaum nennenswerte Niederschläge gegeben. Die Preise für die Grundnahrungsmittel Mais und Bohnen steigen, Trinkwasser ist teilweise nicht mehr zur Verfügung und muss in Tanklastzügen angeliefert werden. Weideflächen für die Tiere sind verdorrt, die Kühe und Ziegen geben keine Milch mehr und müssen oft notgeschlachtet werden. Bitte helfen Sie uns, damit wir auch 2010 unseren Freunden in Kenia ein Leben in Würde geben und die Kinder weiterhin in die Schule schicken können.

Die größten Menschen sind jene, die anderen Hoffnung geben können.

Jean Jaures  gest. 31.7.1914
Politiker und Philosoph

Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute für 2010 wünschen Ihnen

Dr. Paul Festl und Horst Köglmeier